ALIA – Agil leben im Alter
Modellprogramm „Aktive generationenfreundliche Gemeinde“ in Weiherhammer
Innovation und Verantwortung sind die prägenden Begriffe, die ein in Weiherhammer neuartiges Vorhaben auszeichnen: Gemeinde und LUCE-Stiftung verwirklichen gemeinsam das Leuchtturmprojekt „Agil leben im Alter“ (ALIA) mit der Bebauung auf dem ALIA-Areal für Wohnen, Hilfe und Pflege.
Projektbeteiligte:
Die ALIA GmbH wird vertreten durch den Geschäftsführer Severin Hirmer. Die Gründer und alleinige Gesellschafter sind Lars Engel und Christian Engel – vertreten durch die BWV GmbH – die ebenfalls das ALIA-Areal in das Vorhaben einbringen. Die ALIA GmbH wurde 2020 als Projektentwicklungsgesellschaft gegründet, um die Ziele und Ergebnisse des Projektes Agil leben im Alter zur Bebauung des ALIA-Areals mit einem entsprechenden Wohn- und Versorgungskonzept und den dazu notwendigen Vereinbarungen mit Betreibern zu realisieren.
Als Projektträgergesellschaft wird die ALIA GmbH die Sicherstellung und Weiterentwicklung der Angebote, Dienstleistungen und Kooperationen sowie die Durchführung von Forschungsprojekten für eine sorgende Gemeinde/caring Community Weiherhammer gewährleisten. Dies erfolgt mit unterschiedlichen Kooperationspartnern aus dem Netzwerk im Projekt ALIA und in enger Zusammenarbeit mit der Lars und Christian Engel (LUCE) Stiftung.
Die Gemeinde Weiherhammer ist seit 1952 politisch selbständig, blickt jedoch bereits auf eine Industriegeschichte seit 1717 zurück. Seit 1976 ist Weiherhammer Sitz der Verwaltungsgemeinschaft, der auch Etzenricht und Kohlberg angehören. Heute zählt die Gemeinde rund 4000 Einwohnende und bietet mehr als 3000 Arbeitsplätze in Industrie, Handwerk, Handel und Dienstleistungen. Größter Arbeitgeber ist die BHS Corrugated mit etwa 1300 Beschäftigten.
Weiherhammer überzeugt mit umfassender Infrastruktur: Grund- und Mittelschule entsprechen modernen pädagogischen Standards, das Hallenbad wird von vielen Gemeinden im Umland genutzt. Die ärztliche und zahnärztliche Versorgung ist exzellent, ergänzt durch Apotheke und weitere medizinische Dienstleistungen. Das gesellschaftliche Leben ist geprägt von einem regen Vereinswesen: Sport, Kultur, Politik und soziale Angebote wie Nachbarschaftshilfe oder das Bewegungsprojekt „Gestalt“ für Senioren fördern Gemeinschaft und Engagement. Verschiedene Einkaufsmöglichkeiten runden die Lebensqualität ab. Weiherhammer verbindet Tradition, wirtschaftliche Dynamik und ein starkes Miteinander.
Erster Bürgermeister Julian Kraus CSU - Im Amt seit 2026
Konzeptionelle Ziele der Architektur
Die Planung berücksichtigt eine gemischte Bewohnerstruktur mit folgenden Nutzungseinheiten:
- Barrierefreies Wohnen & Apartments
- Kurzzeitpflege, Intensivpflege, ambulant betreute Demenz-WG
- Tagespflege, Rehabilitation, Ergotherapie
- Kindertagesstätte & Krippe
- Bildungs- und Begegnungsstätten
- Marktplatz & Living Lab
Bauliche Ziele
- CO₂-neutrale Bauweise nach KfW 40 Plus nh mit positiver Klimabilanz
- Zentrales Regenwassermanagement
- Regionale Wertschöpfung durch Nutzung grauer Energie
- 100 % begrünte Dachflächen und Fassadenbegrünung
- Innovatives Heizkonzept
- Allergen- und schadstoffarmes Bauen
- Innovation im Holzbau und Brandschutz
- Anwendung DIN 18040 / AVPfleWoqG (Barrierefreiheit)
- Förderung sozialer Teilhabe
Bauliche Konzeption
Schwerpunkte sind Holzmodulbau und der Energieeffizienzhaus-Standard 40 Plus nh.
Außenanlagen
Biodiversität: Naturnahe Bepflanzung, Blühflächen, Tierweiden (z. B. Schafherde „Skudden"), Bienenhaus und Animal-Aided-Design als mögliche Vorreiterrolle in der Region.
Regenwassermanagement: Intensive Gründächer als Wasserspeicher, zentraler Gartenteich als Retentionsbecken (max. 50 cm Tiefe, rollstuhlunterfahrbar), Ableitung aller nicht begrünten Dachflächen in den Teich.
Vermeidung Urban Heating: Fassaden- und Dachbegrünung, Beschattung durch Bäume und Pergolen, helle Wegeflächen zur Reduzierung der Wärmespeicherung, Kaltluftströmungen durch Teich und Bachläufe.
Sicherheit: Verzicht auf freiheitsentziehende Maßnahmen (keine Zäune/Mauern), stattdessen natürliche Barrieren (Geländemodellierungen, Bachläufe, Tiergehege). Rundwege verhindern "Fluchtimpulse". PKW-Verkehr außerhalb des Areals, nur Shared-Space-Bereich und Lieferverkehr.
Freizeitangebote: Rundwege, Freiluftkino, Marktplatz für Veranstaltungen, beweidete Flächen, soziale Treffpunkte.
Therapiegärten: Sinnesgärten, Heilkräutergärten, Snoezelen-Wald (multisensorische Therapie im Freien), Rückzugsorte.






